|
Der Juckreiz bei Pferden hat mehrere Ursachen: Insekten und Parasiten, Pilz oder die Vermehrung der Toxin-Konzentration im Blut (futterbedingt). Wenn die Ursache nicht an der Nahrung liegt, sollte in erster Linie Nässe und Feuchtigkeit am Pferd und in dessen Lebensbereich bekämpft werden: eine feuchte Umgebung ist der Hauptgrund, wenn sich Ihr Pferd scheuert! Einfache Ratschläge und Haltungsmaßnahmen, um das Auftreten von Juckreiz zu vermeiden:
UMGEBUNG
1. Halten Sie die Einstreu so sauber wie möglich (Boxenreinigung und Desinfektion 1 Mal pro Woche in den feuchten Jahreszeiten)
2. Entfernen Sie die Pferde von Gebieten mit stehendem Wasser (ersetzen Sie die "Badewanne" auf der Weide durch automatische Tränken oder wechseln Sie das Wasser regelmäßig) 3. Vermeiden Sie Pfützen und aufgeweichten Boden am Eingang der Weide 4. Wechseln Sie, wenn möglich, regelmäßig den Weideplatz.
PFERDEPFLEGE
- Reinigen Sie jeden Monat mit einem Schwamm die empfindlichen Körperteile mit einem pilz- oder parasitentötenden Produkt (Mähne, Schweif, Kopf, Beine) oder indem Sie Ihr Pferd vollständig damit abduschen. Dadurch werden Schädlinge oder Pilze (die zu verschiedenen Jahreszeiten auftreten können, aber auch das ganze Jahr über am Tier bleiben können) beseitigt. - Benutzen Sie regelmäßig eine beruhigende und reinigende Lotion, um den Juckreiz zu vermeiden (beispielsweise Derfen - die Lotion muss wirklich gründlich, aber schonend, reinigen : ein Produkt, das nur den Juckreiz lindert, genügt nicht).
- Waschen Sie nach der Arbeit mit einem Schwamm und Wasser die verschwitzten Partien ab (so vermeiden Sie, dass sich das Pferd dort scheuert und dass gutartige, aber unsichtbare, Hautkrankheiten auftreten, deren Symptome oft Sommerekzem erstaunlicherweise ähneln)
- Trocknen Sie im Winter oder in feuchten Jahreszeiten regelmäßig die Beine und den Unterteil des Bauches ab. Entfernen Sie gründlich Sand oder Schmutz. - Führen Sie mehrfach im Jahr Wurmkuren durch, besonders im Frühling und Herbst.
ERNÄHRUNG
Hautentzündungen und Hautkrankheiten sind die Hinweise auf ein inneres Ungleichgewicht. Der Unterschied zwischen "sich zu ernähren" und "ernährt zu werden" ist primordial. In der freien Natur folgt das Pferd bei der Nahrungsaufnahme seinen Bedürfnissen. Seit seiner Domestizierung frisst es, was man ihm gibt. Daher ist es extrem wichtig, die Nahrung an den Typ, die Rasse, die Tätigkeit der Pferde sowie an die Jahreszeiten anzupassen. - Informieren Sie sich bei Fachleuten, welche Futterart und vor allem welche Menge Sie Ihrem Pferd geben sollten. Ein Vollblut-Araber, der aus wüstenähnlichem Klima stammt, kann nicht dieselben Bedürfnisse haben wie ein Holsteiner: Seine erbbiologischen Anlagen sind grundverschieden! - Eine zu reichhaltige Nahrung (Qualität oder Menge) kann den Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn die tägliche Nahrungsmenge leicht eingeschränkt wird, sind die dadurch erzielten Erfolge oft schon eindrucksvoll! - Allerdings schwächt mangelnde Nahrung das Immunsystem, daher hat das Pferd weniger Widerstandskraft bei Krankheiten, Bakterien und Schädlingen.
- Vergewissern Sie sich, dass Ihrem Pferd Heu nach Belieben zur Verfügung steht (wenn es in einer Box lebt) oder es 3 Mal pro Tag gefüttert wird. Ein Pferd isst 18 Stunden pro Tag, dadurch kann es die Nahrung langsam verdauen. Sie können ihm 12 Liter Futter pro Tag geben, damit es zunimmt - wenn es kein oder wenig Heu frisst, kann sein Körper kaum die Hälfte davon aufnehmen!
| Es wird oft gesagt, man sollte Antropomorphismus vermeiden (menschliche Bedürfnisse mit denen der Tiere gleichzustellen), aber ein domestiziertes Pferd ist erheblich empfindlicher als ein Mensch. Dies wird vor allem im Hinblick auf die Ausgaben deutlich, die wir jedes Jahr für seine Pflege aufwenden müssen! | Es liegt daher auf der Hand, dass wir seine natürlichen Bedürfnisse optimal erfassen und auf diese bestmöglich eingehen sollten. Es ist sicher nützlich, auf natürliche Mittel und Bioprodukte bei Pflege und Ernährung zurückzugreifen. Sicher ist es aber wesentlich, sich mit der ursprünglichen Natur seines Pferdes zu beschäftigen und es damit zu versorgen, was es wirklich täglich braucht. |
DAS WESENTLICHE NICHT AUS DEN AUGEN VERLIEREN- Ein Pferd grast 18 Stunden pro Tag. - Ein Pferd legt sich in der Natur niemals auf eine beschmutzte Streu nieder (so vermeidet es Parasiten), und es vermeidet schmutzige oder feuchte Zonen. - Es ist sehr anspruchsvoll bei der Auswahl seines Trinkwassers (da es weiß, dass verunreinigtes Wasser parasitäre Risiken mit sich trägt). - Es passt seine Nahrung und deren Menge auf die Jahreszeit an. Seine Ernährung ändert sich ständig im Bezug auf seine momentanen Bedürfnisse. - Es lebt in der freien Natur und erträgt keine geschlossenen Orte (Angst vor dem Transportwagen oder vor dem ersten Aufenthalt in einer Box). Deshalb braucht es oft Auslauf. - Es gehört zu den Gruppentieren und lebt mit sozialer Rangordnung. Es sollte daher niemals isoliert gehalten werden - ohne seine Artgenossen leidet das Pferd unter psychischem Stress, der wiederum oft für Hautprobleme verantwortlich ist.
|